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Zeugnistag und Rückblick auf das 1. Schulhalbjahr

Liebe Eltern,

Ihre Kinder haben in diesem Schulhalbjahr Großartiges geleistet. Sie haben sich trotz der unsteten Unterrichtserfahrungen des Schuljahres zuvor ins Lernen gestürzt und große Hürden genommen. Sie haben trotz der Maskenpflicht und Abstandsregeln Ihre Freundschaften gepflegt und Beziehungen neu aufgebaut. Sie haben trotz kleiner Konflikte und großer Aggressivität Einzelner mit viel Verständnis und Kraft den täglichen Weg in die Schule gefunden.

Dahinter verbirgt sich die kindliche Neugier, der kindliche Wunsch nach Kontakt mit Gleichaltrigen, die kindliche Wahrnehmung ihrer Schule als bedeutsamen Ort. Sie als Eltern und wir als Pädagog:innen wissen, wie schwierig das gewesen sein muss und wie (un)problematisch es von jedem Kind gemeistert wurde.

Am Schuljahresanfang gab es die große Ungewissheit, ob das bevorstehende Schuljahr wieder durch Lockdown, Unterricht außerhalb von Klassenverband und Klassenraum geprägt sein wird. Die berechtigte Frage, wie Lernlücken und Schuldistanz aufgefangen werden, musste beantwortet werden. Das Programm „Stark trotz Corona“ sollte für Lernangebote zusätzliche Mittel freigeben, aber die Umsetzung lief schleppend an und es kommt immer noch zu wenig bei den Kindern an. Wir konnten nun eine Sprachförderung für die Schüler:innen mit einer anderen Herkunftssprache installieren. Wir konnten die Lernförderung erweitern und werden dies auch im kommenden Halbjahr noch ausbauen. Die Herbst- und Winterschule wurden organisiert, um weitere außerunterrichtliche Lernangebote zu ermöglichen. Die Lernstandserhebungen vor den Herbstferien haben den Lehrkräften wichtige Anhaltspunkte gegeben, wo es große Lernrückstände aufzuarbeiten gibt. Welche Lernfelder nun dringend in den Vordergrund rücken müssen und worauf verzichtet werden kann. Sie haben Ihr Kind zuhause soweit es ging begleitet und unterstützt, die gestellten Inhalte zu lernen. Unter diesen Aspekten ist das Zeugnis, das Ihr Kind zum Ende dieses Halbjahres erhält, zu betrachten. Wir sehen die Anstrengungen, die hinter diesen Leistungen stecken und davon – und das muss man leider deutlich betonen – spiegeln die Noten nur einen Teil wieder. Das verdient von allen Seiten Lob!

Was das letzte Schuljahr aufgezeigt hat, war, dass es ohne das soziale Umfeld Schule für die Kinder nicht nur beim Lernen stockt, sondern, dass Herausforderungen auf physischer und psychischer Ebene auftreten. Viele von Ihnen stellten sich die Frage, wie unsere Schule die Schutzmaßnahmen sicher umsetzen kann. Wie sich die Ansteckung unter den Schüler:innen entwickeln wird, weil sie noch nicht geimpft werden konnten. Daher war es so wichtig, durch Hygiene- und Abstandsregeln den bestmöglichen Schutz für die Kinder zum Lernen und Lachen in der Schule wieder herzustellen. Ja, es war ein stetes Abwägen von Unabdingbarkeiten und Wünschen. Bei hunderten von Schüler:innen, Pädagog:innen und Eltern kam es zu vielen Diskussionen beim täglichen Gespräch, via Mail und Telefon und in den schulischen Gremien. Der Hygieneplan wurde stetig angepasst und Anordnung der Schulverwaltungen wurden zügig umgesetzt. Zum Ende des Halbjahres können wir sagen, dass unser Inzidenzwert immer unterhalb des Durchschnitts lag und auf dem Corona-Stufenplan durchgängig GRÜN stand. Sie als Eltern haben daran einen großen Anteil, weil Sie unserer Bitte folgend in den betroffenen Lerngruppen Ihre Kinder mehrheitlich für ein bis zwei Tage zuhause behalten haben. Meist konnten dadurch Infektionsketten unterbrochen werden. Auch nach den Winterferien werden wir wieder zwei Wochen lang täglich testen. Wir geben den Kindern mit dem Zeugnis einen Selbsttest mit und bitten Sie, Ihr Kind am letzten Ferientag zu testen, um auszuschließen, dass eine Infektion vorliegt. Wenn Sie keinen Test erhalten konnten, bitten wir Sie, sich selbstständig um einen Test zu bemühen. Bitte halten Sie sich mit Ihrer Familie auch an die Quarantäneanordnungen nach der Reiserückkehr aus ausgewiesenen Risikogebieten. Wir versuchen weiterhin, Sie in Elternbriefen vorrangig auf der Homepage sehr zeitnah über wichtige Themen wie Teststrategie, Kontaktpersonenverfolgung, Präsenzpflicht zu informieren. Auch über die Möglichkeiten des Lernens für Schüler:innen, die nicht in Präsenz sind, informieren wir Sie. Die Aussetzung der Präsenzpflicht stellt alle Schulen vor die höchst schwierige Aufgabe parallel den Präsenzunterricht und die Versorgung der nicht anwesenden Schüler:innen zu meistern. Die Senatsverwaltung prüft zu diesem Zweck noch den Anspruch auf Schulisch-angeleitetes-Lernen-zu-Hause.

Zum Schuljahresbeginn wurden alle – angefangen bei den Schüler:innen selbst bis hin zu Schulaufsicht und Schulverwaltung – mit dem deutlich erhöhten Aggressionspotential in allen Schulen konfrontiert. Was als große Befürchtung nach den unbeständigen Monaten ohne feste schulische Strukturen noch in den Sommerferien geäußert wurde, bewahrheitete sich schnell. Vorbeugende Maßnahmen konnten nicht stattfinden, für präventive Arbeit fehlte den Kolleg:innen die Zeit. Wir reagierten mehrfach täglich auf verbale wie körperliche Übergriffe, zogen jedes Mal Konsequenzen und suchten nach schnellen, stimmigen Interventionen. Es bildete sich ein Krisenteam und die Steuergruppe nahm sich dem Thema Prävention an. Neben der Arbeit mit den Konfliktparteien in Mediationen und (Eltern)Gesprächen veränderten wir durch die Bewegte Pause die freie Struktur der Hofpause, was zu einer merklichen Entspannung führte. Die Einführung des Klassenrates in allen Klassen zum Treffen von Vereinbarungen und zur Aufarbeitung der Konflikte hat sich bewährt. Leider gibt es Schüler:innen, bei denen diese Maßnahmen nicht greifen, da sie mit Traumata, Schuldistanz und persönlichen Konflikten auf begrenzte personelle Kapazitäten und wir auf viele Hürden stoßen, um diesen Kindern und den dahinter stehenden Familien zielführend zu helfen. Die große, absolut verständliche Sorge der Eltern, deren Kinder teilweise schwer unter dieser Situation leiden, nehmen wir ernst. Hier stehen den Kindern die Klassenlehrerinnen, die Erzieher:innen, Schulsozialarbeit und Vertrauenspersonen als wichtigste Ansprechpartner:innen zur Verfügung. Unterstützen Sie Ihr Kind darin, indem Sie ihm/ihr aufzeigen, welche Möglichkeiten es gibt. Lassen Sie sich beraten durch die Kolleg:innen und vermitteln Sie Vertrauen in die Schule. Wir sehen mit offenen Augen die Gefährdung und setzen alles in unserer Macht stehende daran, alle Kinder zu schützen. Das Kollegium wird z.B. auf dem nächsten Studientag weiter geschult und auch die Schüler:innen sollen durch einen transparenten Umgang ein Bewusstsein für die Krisensituation entwickeln. Wir suchen nach geeigneten externen Partnern, die mit spielerisch motivierenden Angeboten altersangemessen mit den Kindern arbeiten.

Wir alle haben uns eine Woche Verschnaufpause verdient, bevor wir ins zweite Schulhalbjahr starten. Gleich in der ersten Woche wird es für die dritten Klassen den Deutschen Motorik Test geben und noch im Februar gehen die vierten Klassen wieder in die Jugendverkehrsschule. In welcher Form der Fasching am 1. März stattfinden wird, werden wir auf der Gesamtkonferenz besprechen, aber es wäre eine passende Gelegenheit einige Sorgen für kurze Zeit zu vergessen. Am 28.4. ist wieder deutschlandweit der Girl´s & Boy´s Day und schon im Mai kommt für die dritten Klassen VERA (Lernstandserfassung). Am 2. Juni planen wir die Bundesjugendspiele für alle Jahrgänge. In den 20 Schulwochen möchten wir gern noch weitere Angebote für einzelne Klassen und Jahrgangsstufen umsetzen und werden Sie darüber auf dem Laufenden halten.

Denken Sie daran, Ihr Kind für die erfolgreichen Leistungen zu loben.

Wir wünschen erholsame Ferien und freuen uns auf das nächste Schulhalbjahr und die gute Zusammenarbeit mit Ihnen.

Im Namen des Kollegiums

Paula Steinbeiß